
Jens Lerner
Interview von Ulrich Nathen-Berger
Seine Zeichnungen sind filigran, die Liebe zum Detail wird deutlich: Aber für Jens Lerner sind sie eher „Nebenbei-Zeichnungen aus purem Spaß“. „Ich male, weil ich mich ablenken kann von der Arbeit, der Familie – ähnlich wie beim Joggen“, sagt der 47-Jährige unserer Zeitung. „Ich war nie der Künstler, der sich selbstverwirklichen will.“
Mit dem Malen hat Lerner während seines Physikstudiums begonnen. „Ich brauchte ein Geschenk für eine Studienkollegin, hatte aber nicht genug Geld.“ Deshalb habe er sich entschieden, ein Portrait von ihr zu malen. „Anscheinend habe ich eine gewisse Begabung dafür.“ Wobei er jetzt „gezwungen“ werde, auch andere Bilder zu malen. Die Kolbermoorer Maler seien überzeugt von seinem Stil, „aber meine Frau meint, die Bilder sehen aus, als ob ich psychische Probleme hätte“, sagt er mit einem deutlichen Schmunzeln…
Ein eigener Stil? Lerner zögert. „Ich weiß nicht, ob ich das so bezeichnen kann.“, sagt er zögernd. Er sei mal begeistert gewesen vom Hyperrealismus, wenn ein Bild so ausschaut wie ein Foto. Angefangen habe er mit Pastellkreide, „ich weiß nicht wirklich, wie man einen Pinsel bedient“.
Einen besonderen Impuls braucht Lerner nicht, um ein Werk zu beginnen. „Ich fang an zu malen, wenn ich eine Idee habe. Es kann aber passieren, dass ich ein Jahr mal nichts mache.“
Jens Lerner pflegt besondere Riten
Jens Lerner pflegt besondere Riten: „Wenn es losgeht, baue ich abends, wenn Ruhe einkehrt, einen Platz für mich auf. Dann räume ich den Esszimmer- oder Schreibtisch ab, setze Kopfhörer auf und höre Musik. Zwischen Rammstein, Manowar und Pink Floyd kann alles dabei sein.“
Er sei zwar ein „analytischer Mensch“, aber „viel hinein interpretieren“ in ein Werk könne er nicht, sagt der Physiker, der als Manager im strategischen Vertrieb eines Konzerns seinen Lebensunterhalt verdient. „Wenn ich Bilder vom Hyperrealismus anschaue, kann ich mehr entdecken und Gefallen daran finden, als im Abstrakten.“
erschienen bei OVB Heimatzeitungen am 27.10.2020 unter dem Titel


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